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Corona-Krise lässt Nachfrage nach Hunden steigen – TASSO und VDH warnen vor „Wühltischwelpen“
 

Dortmund, Sulzbach (Ts.), 21.07.2020
 
Die Corona-Krise und die damit verbundene vermehrte Zeit zu Hause durch Homeoffice oder Kurzarbeit hat die Nachfrage nach Heimtieren in die Höhe schnellen lassen. Katzen, Kleintiere und Hundewelpen sind gefragt wie nie. Diese Entwicklung beobachtet der Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH) mit Sorge: „Unsere Züchter können die Vielzahl der Anfragen nicht mehr bewältigen. Darunter befinden sich auch viele Menschen, die dem Wunsch nach Gesellschaft oder dem Drängen der Kinder unüberlegt nachgeben“, so Udo Kopernik, Pressesprecher des VDH.

Auch die Tierschutzorganisation TASSO e.V., die Europas größtes kostenloses Haustierregister betreibt, verzeichnet einen auffälligen Anstieg der Neuregistrierungen von Hunden im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Wurden im Juni 2019 etwa 31.400 Hunde neu bei TASSO registriert, sind es in diesem Juni mehr als 39.000, das ist ein Zuwachs von rund 25 Prozent. Eine leichte Steigerung in den Registrierungszahlen ist nicht ungewöhnlich, da TASSO von Jahr zu Jahr wächst, doch diese liegt in der Regel etwa bei vier Prozent im Jahresschnitt.

Auffällig ist auch, dass die Zahl der Registrierungen im März und April weniger stark gestiegen ist als üblich oder sogar zurückging. Auf dem Höhepunkt der Corona-Pandemie konnten viele Tierheime nur eingeschränkt arbeiten, und die Grenzen waren geschlossen. Im Mai stabilisierte sich die Zahl wieder auf eine etwa fünfprozentige Steigerung, bevor sie im Juni, als die Grenzen zu den Nachbarländern wieder geöffnet wurden, explodierte.

Viele Interessierte erwerben Hunde derzeit vermehrt über das Internet. Die Inserate auf den Online-Plattformen haben in den vergangenen Wochen stark zugenommen. Mike Ruckelshaus, Leiter Tierschutz Inland bei TASSO, warnt: „Gerade der illegale Online-Welpenhandel boomt. Nachdem Mitte Juni die Grenzen wieder geöffnet wurden können die meist aus Osteuropa stammenden Wühltischwelpen nun wieder nach Deutschland importiert und im Netz allzu oft arglosen Käufern angeboten werden. Fast alle Tiere sind krank, viel zu früh von der Mutter getrennt, ungeimpft und überleben häufig die ersten Lebensmonate nicht. Auch das Leid der Muttertiere und Deckrüden ist unermesslich.“

Der Tierschützer weist darauf hin, dass Welpen nur mit einer gültigen Impfung gegen Tollwut, also erst mit Ablauf der 15. Lebenswoche, nach Deutschland verbracht werden dürfen und Händler über eine Erlaubnis nach §11 Tierschutzgesetz verfügen müssen.
 

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